Bücher entsorgen — ohne dass die Papiertonne überläuft
Was ins Altpapier darf, was noch Geld bringt, wo alte Bücher im Rems-Murr-Kreis ein zweites Leben bekommen — und ab welcher Menge Tragen das eigentliche Problem wird.
In dieser Reihenfolge spart es Zeit
Der häufigste Fehler ist, bei Schritt eins zu lange zu bleiben. Vier Schritte, und für die meisten Bücher endet es bei drei oder vier.
1. Fünf Minuten aussortieren
Erstausgaben, signierte Exemplare, Kunst- und Fotobände, aktuelle Fachliteratur. Diese vier Gruppen sind es wert, einzeln angesehen zu werden — der Rest nicht.
2. Verkaufen, aber nur das
Ankaufportale zahlen nach ISBN und lehnen viel ab; Antiquariate nehmen gezielt und selten ganze Bestände. Für ein Regal Taschenbücher lohnt der Aufwand nicht.
3. Weitergeben
Öffentliche Bücherschränke, Büchereien, Sozialkaufhäuser, Nachbarschaft. Im Rems-Murr-Kreis sind allein 34 öffentliche Bücherschränke erfasst.
4. Altpapier
Für alles Übrige der richtige Weg — und kein schlechter: Papier ist einer der wenigen Stoffe, die tatsächlich im Kreis geführt werden.
Welche Bücher wirklich Geld bringen
Die unbequeme Antwort zuerst: die allerwenigsten. Gebrauchte Standardliteratur ist millionenfach vorhanden, und genau das drückt den Preis. Ein gut erhaltener Bestseller von vor zehn Jahren bringt bei einem Ankaufportal oft weniger, als das Verpacken kostet.
Vier Gruppen sind die Ausnahme, und die erkennen Sie in wenigen Minuten:
Erstausgaben — im Impressum steht keine Auflagenangabe oder ausdrücklich „1. Auflage", und das Buch ist vor 1970 erschienen. Signierte Exemplare — eine Widmung des Autors, nicht der Tante. Kunst-, Foto- und Architekturbände — großformatig, hochwertig gedruckt, oft vergriffen. Aktuelle Fachliteratur — Medizin, Jura, Technik, Ausgabe nicht älter als zwei, drei Jahre.
Alles andere ist nicht wertlos, aber nicht verkäuflich: Lexika und Enzyklopädien nimmt heute praktisch niemand mehr, Reiseführer veralten in zwei Jahren, Schulbücher mit der nächsten Lehrplanänderung. Wer bei einer Haushaltsauflösung eine Wand voll Bücher vor sich hat, sollte die Zeit in die vier Gruppen stecken und den Rest weitergeben.
Wohin mit dem Rest
Wo alte Bücher im Rems-Murr-Kreis ankommen
Der Weg, der am wenigsten kostet und am meisten bringt — solange die Menge überschaubar bleibt.
Vier Wege, die funktionieren
- Öffentliche Bücherschränke — im Rems-Murr-Kreis sind 34 Stück erfasst (Stand Dezember 2024), von Winnenden über Waiblingen und Backnang bis Schorndorf und Fellbach
- Stadtbüchereien — nehmen gelegentlich Spenden für ihren Flohmarkt an, aber gezielt und nach Absprache. Vorher anrufen
- Sozialkaufhäuser und Bücherstuben der Wohlfahrtsverbände — dort landen Bücher wieder im Verkauf statt im Container
- Nachbarschaft und Kleinanzeigen — „zu verschenken, Selbstabholung" funktioniert bei Kisten erstaunlich zuverlässig
Was dabei nicht funktioniert
Einen Bücherschrank mit acht Kisten zu füllen. Die Schränke fassen ein paar Dutzend Bände, werden ehrenamtlich gepflegt, und wer sie überlädt, macht denen Arbeit, die sie betreiben. Ein Karton nach und nach: gern. Ein ganzer Nachlass: nein.
Dasselbe gilt für Büchereien und Sozialkaufhäuser. Beide nehmen ausgewählte Bücher, keine Bestände. Ein Anruf vorher erspart Ihnen die Fahrt und dem Ehrenamt die Entsorgung.
Was ins Altpapier darf — und was nicht
Im Rems-Murr-Kreis nennt die Abfallwirtschaft Bücher ausdrücklich unter dem, was in die Altpapiertonne gehört, zusammen mit Zeitungen, Zeitschriften, Katalogen, Broschüren, Briefen und Umschlägen. Für die allermeisten Bücher ist die Sache damit erledigt.
Die Ausnahme ist der Einband. Taschenbücher und gebundene Bücher mit Pappeinband können komplett ins Altpapier. Bei Einbänden aus Leder oder Kunstleder trennen Sie den Deckel ab: Die Seiten gehen ins Altpapier, der Einband in den Restmüll. Wer das nicht will, gibt das ganze Buch in den Restmüll — falsch ist beides nicht, das eine ist nur besser.
Der praktische Haken steht im Kleingedruckten der AWRM: Material, das neben der Papiertonne bereitgestellt wird, kann nicht mitgenommen werden. Fünf Kisten neben die Tonne zu stellen ist also keine Lösung — sie stehen am Abend noch da. Größere Mengen gehen an die Entsorgungszentren und Wertstoffhöfe des Kreises.
Und eine Kleinigkeit, die viele vergessen: Fotos, Dokumente und Briefe, die zwischen den Büchern liegen, gehören nicht in die Papiertonne, sondern in den Reißwolf oder zurück an die Familie. In einem Bücherregal steckt erfahrungsgemäß mehr Persönliches als in jeder Schublade.
Was sonst noch wohin gehört
Wenn es ein ganzes Regal ist
Ab einer bestimmten Menge ist nicht mehr die Frage, wohin die Bücher sollen, sondern wer sie trägt.
Bücher sind schwer
Rechnen Sie grob mit einem Kilogramm je gebundenem Buch. Eine gefüllte Umzugskiste liegt damit schnell über 20 Kilogramm — und das ist eine Kiste von vielen.
Die Papiertonne ist schnell voll
Zwei Kisten, und sie ist am Anschlag. Bis zur nächsten Leerung vergehen Wochen, und daneben gestellte Kartons bleiben stehen.
Selbst fahren heißt mehrfach fahren
Ein Kombi nimmt selten mehr als acht bis zehn Kisten, und das Gewicht merkt man spätestens beim Ausladen am Wertstoffhof.
Oder einmal abholen lassen
Wir tragen aus der Wohnung, sortieren Verwertbares aus und bringen den Rest getrennt weg — in einem Termin, zum Festpreis.
Häufige Fragen zu alten Büchern
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Ein Regal ist kein Problem, eine Bibliothek schon
Wenn bei einer Wohnungsauflösung mehrere hundert Bände zusammenkommen, ist Sortieren keine Nachmittagsaufgabe mehr. Wir sichten mit Ihnen, was zurückgelegt wird, geben Verwertbares weiter und bringen den Rest getrennt weg.
Eine erste Einschätzung gibt es am Telefon, oft schon anhand eines Fotos: 0163 480 9544 oder WhatsApp.