Wer zahlt die Entrümpelung?
Pflegekasse, Sozialamt, Jobcenter, Erben, Vermieter — wer in welcher Lage aufkommt, und an welcher Frist die meisten Familien Geld verlieren. Stand September 2026.
Die kurze Fassung
Vier Lagen, vier Antworten. Darunter steht jeweils, worauf es ankommt.
Pflegekasse
In aller Regel nein. Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, nicht das Wegräumen. Eine Ausnahme gibt es — unten erklärt.
Sozialamt und Jobcenter
Im Einzelfall ja — aber fast immer nur mit vorheriger Zusicherung. Wer erst beauftragt und dann fragt, zahlt meistens selbst.
Nach einem Todesfall
Die Erben. Wer das nicht will, muss die Erbschaft innerhalb von sechs Wochen ausschlagen — und es gibt eine zweite, kürzere Frist, die noch mehr Geld kostet.
Mieter oder Vermieter
Der Mieter schuldet die geräumte Rückgabe. Räumt der Vermieter, kann er sich die Kosten grundsätzlich zurückholen.
Zahlt die Pflegekasse eine Entrümpelung?
Die ehrliche Antwort lautet: in aller Regel nein. Der Zuschuss, um den es hier geht, steht in § 40 Absatz 4 SGB XI und heißt „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen". Er beträgt seit Januar 2025 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und setzt mindestens Pflegegrad 1 voraus.
Gefördert wird damit, was die häusliche Pflege erst ermöglicht oder erheblich erleichtert: Rampen, Treppenlifte, Türverbreiterungen, Schwellenabbau, eine bodengleiche Dusche, die Anpassung von Möbeln. Das Wegräumen von Hausrat gehört nicht dazu — auch dann nicht, wenn die Wohnung objektiv vollgestellt ist.
Die eine Konstellation, in der sich die Frage lohnt: Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen auch Umzugskosten bei einem notwendigen Wohnungswechsel. Wenn also eine pflegebedürftige Person in eine barrierefreie Wohnung zieht und die Räumung der alten Wohnung Teil dieses Umzugs ist, ist ein Antrag nicht von vornherein aussichtslos. Entschieden wird das im Einzelfall von der Pflegekasse, nicht von uns und nicht von einem Ratgeber.
Leben mehrere Anspruchsberechtigte in einem Haushalt, kann jede Person den Zuschuss geltend machen; gedeckelt ist die Summe bei 16.720 Euro. Und anders als beim Jobcenter ist ein Antrag vor Beginn der Maßnahme rechtlich nicht zwingend — wer nachträglich beantragt, trägt aber die Beweislast. Vorher fragen bleibt also auch hier die bessere Idee.
Weiter: Sozialamt und Jobcenter
Zahlt das Sozialamt oder das Jobcenter?
Hier gibt es keinen Rechtsanspruch auf eine Entrümpelung — aber es gibt einen Weg, und der hat eine einzige harte Bedingung.
Erst die Zusicherung, dann der Auftrag
§ 22 Absatz 6 SGB II sagt es wörtlich: Wohnungsbeschaffungs- und Umzugskosten können „bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger" als Bedarf anerkannt werden. Zuständig ist also das Jobcenter am bisherigen Wohnort, und die Zusicherung muss vorliegen, bevor die Kosten entstehen.
Erteilt werden soll sie, wenn der Umzug vom Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist. Im Bezug von Sozialhilfe nach dem SGB XII läuft es beim Sozialamt nach demselben Muster.
Das ist der teuerste Fehler in diesem ganzen Text: Wer die Entrümpelung beauftragt und den Antrag hinterher stellt, bekommt in aller Regel nichts — unabhängig davon, wie berechtigt die Räumung war.
Was Sie zum Termin mitbringen sollten
- Ein schriftliches Angebot, keine mündliche Schätzung
- Die Begründung, warum die Räumung notwendig ist — Kündigung, Übergabetermin, Heimumzug, Auflage des Vermieters
- Den Nachweis, dass Sie es nicht selbst können (Alter, Entfernung, Menge)
- Bei mehreren Angeboten: alle, nicht nur das günstigste
- Die Bitte um eine schriftliche Zusicherung — eine Zusage am Telefon nützt Ihnen später nichts
Wir stellen ein schriftliches Festpreis-Angebot nach der kostenlosen Besichtigung aus. Dass Sie es für eine Behörde brauchen, sagen Sie am besten gleich beim ersten Anruf — dann formulieren wir es so, dass die Positionen erkennbar sind.
Zwei Fristen, an denen Familien Geld verlieren
Mit dem Erbfall gehen Wohnung, Mietvertrag und Räumungspflicht auf die Erben über (§ 1922 BGB). Wer das nicht will oder nicht tragen kann, muss schnell sein — und zwar zweimal.
Ein Monat: Sonderkündigung
Nach § 564 BGB dürfen die Erben das Mietverhältnis außerordentlich kündigen — aber nur innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod und vom Eintritt in den Vertrag erfahren haben. Danach läuft der Vertrag ganz normal weiter.
Drei Monate: die Kündigungsfrist
Auch die rechtzeitige Sonderkündigung wirkt erst zum Ablauf der gesetzlichen Frist von drei Monaten. Wer den Monat verpasst, zahlt die Miete oft ein halbes Jahr weiter — und das übersteigt die Kosten jeder Entrümpelung.
Sechs Wochen: Ausschlagung
Wer die Erbschaft ausschlägt, haftet nicht für Räumung und Miete. Die Frist dafür beträgt nach § 1944 BGB sechs Wochen ab Kenntnis vom Erbfall, erklärt beim Nachlassgericht.
Vorsicht beim Aufräumen
Wer den Nachlass in Besitz nimmt und verwertet, kann die Ausschlagung verlieren. Solange Sie überlegen auszuschlagen, sollten Sie nichts entsorgen, nichts verkaufen und nichts mitnehmen — dazu gehört auch eine Räumung. Das ist der Punkt, an dem eine anwaltliche Auskunft wirklich Geld spart.
Mieter oder Vermieter?
Im laufenden Mietverhältnis ist die Sache klar: Der Mieter schuldet die Rückgabe der Wohnung in vertragsgemäßem Zustand, also geräumt. Bleibt Hausrat zurück, kann der Vermieter räumen lassen und die Kosten grundsätzlich vom Mieter ersetzt verlangen — was voraussetzt, dass er ihn erreicht und dass bei ihm etwas zu holen ist.
Deshalb beauftragen Vermieter und Hausverwaltungen die Räumung in der Praxis oft selbst und rechnen mit der Kaution auf. Für Sie als Mieter heißt das: Eine beauftragte Räumung ist fast immer günstiger als eine, die der Vermieter beauftragt und weiterberechnet.
Bei einer gerichtlichen Zwangsräumung gibt der Gerichtsvollzieher den Rahmen vor. Dort gelten eigene Regeln, und die Kosten trägt zunächst der Gläubiger, der sie sich anschließend beim Schuldner holt. Wer eine Räumungsklage im Briefkasten hat, sollte nicht auf diesen Weg warten: Selbst geräumt ist günstiger als zwangsgeräumt.
Wenn ein kompletter Hausstand aufgelöst wird
Lässt sich eine Entrümpelung absetzen?
Der praktischste Punkt dieser Seite — und derjenige, den die meisten verschenken, weil sie bar zahlen.
20 Prozent nach § 35a EStG
- 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 4.000 Euro im Jahr, werden direkt von der Steuerschuld abgezogen
- Für Handwerkerleistungen gilt ein eigener Topf: ebenfalls 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro
- Begünstigt sind nur die Arbeitskosten — nicht Material, nicht Entsorgungsgebühren
- Die Leistung muss im eigenen Haushalt erbracht werden; Mieter dürfen das genauso wie Eigentümer
- Es muss eine Rechnung geben, und die Zahlung muss auf das Konto des Betriebs gehen
Bar bezahlt heißt nicht absetzbar
Das ist keine Formalie, sondern steht so im Gesetz: Ohne Rechnung und ohne unbare Zahlung auf das Konto des Erbringers gibt es die Ermäßigung nicht. Ein Barbetrag ohne Beleg ist steuerlich wertlos, egal wie ordentlich gearbeitet wurde.
Bei uns bekommen Sie eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten und überweisen. Das kostet Sie nichts extra und macht den Anteil, den das Finanzamt trägt, überhaupt erst nutzbar.
Eine Einschränkung, die Sie kennen sollten: Bei einer Wohnungsauflösung nach einem Todesfall wird die Wohnung des Verstorbenen in der Regel nicht als Ihr Haushalt anerkannt. Ob es in Ihrem Fall funktioniert, sagt Ihnen Ihr Steuerberater — nicht wir.
Häufige Fragen zur Kostenübernahme
Frage nicht dabei?
Rufen Sie an — meist ist die Sache in zwei Minuten geklärt.
Jetzt anrufen0163 480 9544
Was dieser Text ist — und was nicht
Wir sind ein Entrümpelungsbetrieb, keine Rechts- oder Steuerberatung. Dieser Text gibt den Stand von September 2026 wieder und nennt die Vorschriften, damit Sie wissen, wonach Sie fragen müssen. Über Ihren Einzelfall entscheiden die Pflegekasse, das Jobcenter, das Sozialamt, das Nachlassgericht oder Ihr Finanzamt — und bei Streit ein Anwalt.
Wenn Sie ein schriftliches Angebot für einen Antrag brauchen, sagen Sie es beim ersten Anruf: 0163 480 9544 oder WhatsApp. Die Besichtigung kostet nichts und verpflichtet zu nichts.
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- Bücher entsorgen — Altpapier, Bücherschrank oder Verkauf